Begutachtungsprozess EIC Accelerator Pilot

Links im Bild ist ein roter Buntstift und ein rotes Minus-Zeichen zu sehen, auf der rechten Bildseite einen grünen Buntstift und ein grünes Plus-Zeichen

Die Begutachtung der Anträge im EIC Accelerator Piloten (ehem. KMU-Instrument) erfolgt für die Phasen 1 und 2 "remote". In der Phase 2 werden die besten Anträge zu einer weiteren Auswahlrunde nach Brüssel eingeladen.

In den Phasen 1 und 2 des EIC Accelerator Piloten werden jeweils die Kriterien Exzellenz, Impact und Implementation bewertet. Die Anträge werden "remote" begutachtet. Jeweils vier Gutachtende übermitteln unabhängig voneinander und auf elektronischem Wege ihre Einschätzung zu den einzelnen Kriterien. In der Phase 2 schließt sich der "remote"-Evaluierung noch ein persönliches Interview in Brüssel an (s. u.).

Die Gutachterinnen und Gutachter, welche die Anträge bewerten, werden von der Europäischen Kommission sorgfältig ausgewählt. Sie arbeiten unabhängig und objektiv. Jeglicher Interessenskonflikt muss von vornherein ausgeschlossen sein. Die Tätigkeit ist streng vertraulich und jeglicher persönlicher Bezug zum begutachteten Konsortium führt zum Ausschluss für diesen Antrag. Falls Sie Interesse haben, selbst begutachtend tätig zu werden, finden Sie hier weitere Informationen.

Bitte beachten Sie auch die Tipps der Gutachterinnen und Gutachter zur Antragstellung für den EIC Accelerator Pilot.

Evaluation

Phase 1 und Phase 2 Anträge: Remote Evaluation

Die Anträge werden von vier unabhängigen Gutachterinnen bzw. Gutachtern online ("Remote-Prozess") begutachtet. Diese müssen zuvor durch ihre persönliche Unterschrift ("Code of Conduct") bestätigt haben, dass es keinen Interessenskonflikt zu dem vorliegenden Antrag gibt. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn sie bei der Erstellung des Antrages involviert gewesen wären, selbst einen Antrag zu dem Thema eingereicht hätten oder enge persönliche oder geschäftliche Beziehungen zu den Antragstellern bestünden.

Nach einer Prüfung der formalen Ausschlusskriterien durch die Europäische Kommission bewerten externe Gutachtende die eingereichten Projektanträge. Sie evaluieren die jeweils zu den Stichtagen eingegangenen Anträge. Pro Antrag steht den Gutachtenden ein fest definiertes, enges Zeitfenster zur Verfügung.

Die Begutachtung erfolgt voneinander unabhängig. Mindestens zwei der vier Gutachtenden beurteilen den Antrag fachunabhängig aus betriebswirtschaftlicher und Business-Sicht.

So verläuft die Punktevergabe:

  • Jede/r Gutachtende vergibt für die Kriterien Exzellenz, Impact und Implementation zwischen 0 - 5 Punkten.
  • Der Median aus den einzelnen Bewertungen der Gutachterinnen und Gutachter ergibt dann den Konsenswert für die einzelnen Kriterien. Dabei müssen für die einzelnen Kriterien jeweils mindestens 4 Punkte erreicht werden, um den ersten Schwellenwert zu erreichen.
  • Im Anschluss werden die einzelnen Konsenswerte gewichtet. Bisher wurde das Kriterium für Impact mit 50 % gewichtet, die Kriterien Exzellenz und Implementation zu jeweils 25 %. Ab dem Stichtag zum 5. Juni 2019 werden alle Bewertungskriterien mit jeweils 1/3 zu gleichen Teilen gewertet.
  • Die gewichteten Werte werden addiert. Der zweite Schwellenwert liegt bei 13 Punkten (von 15 möglichen).
  • Aus der errechneten Punktzahl wird eine Rangfolge aller evaluierten Projektanträge erstellt.
  • Nur Anträge, die beide Schwellenwerte erreicht haben, sind förderfähig.
     

Beispiel Evaluationsergebnis EIC Accelerator (ab 5. Juni 2019)

  Punktevergabe Median - Konsenswert Gewichtung Gesamtpunktzahl
Impact 5 5 5 4,5 5 1/3  
Excellence 5 3 5 5 5 1/3 13,5
Implementation 3 2 4 5 3,5 1/3  

⇒ Dieser Antrag wäre nicht förderfähig, da der erste Schwellenwert für "Implementation" nicht erreicht wurde. Dass der zweite Schwellenwert mit insgesamt 13,5 gewichteten Punkten erreicht wurde, ist nicht relevant. 

 
Wie viele  förderfähige Anträge tatsächlich gefördert werden, hängt von der Anzahl der zum Stichtag eingereichten Anträge und vom verfügbaren Budget ab. Die Anträge werden so bewertet, wie sie vorgelegt wurden: Nachverhandlungen sind nicht mehr möglich, auch nicht bezüglich des Budgets. Die Antragstellenden erhalten eine kurze standardisierte Rückmeldung (Evaluation Summary Report, ESR).

Phase 2-Anträge: Einladung zum persönlichen Interview nach Brüssel

Für Phase 2-Anträge ist der Begutachtungsprozess zweistufig: Im Anschluss an die Remote-Evaluation wird eine begrenzte Anzahl der besten förderfähigen Projektvorschläge zu einem persönlichen Interview in Brüssel eingeladen. Die Antragstellenden haben etwa eine Woche Zeit, sich auf das Interview vorzubereiten. Die Europäische Kommission stellt eine PowerPoint-Vorlage („Pitch Deck“) zur Verfügung, die zur Vorbereitung der Präsentation verbindlich genutzt werden muss. Das Pitch Deck muss nach erfolgter Einladung innerhalb von 48 Stunden bei der Europäischen Kommission eingereicht werden. Bis zu drei Personen dürfen pro Antrag zum Interview erscheinen. Berater sind ausgeschlossen. Vor einer sechsköpfigen Jury haben die Antragstellenden die Möglichkeit, in 10 Minuten ihr Projekt vorzustellen. Hier müssen sie überzeugend darstellen, dass ihr Team die innovative Lösung auch erfolgreich auf den Markt bringen kann. Es schließt sich eine 20-minütige Interview-Runde an.

Die Anzahl der eingeladenen Projektvorschläge richtet sich nach der Höhe des zur Verfügung stehenden Budgets. Es werden immer doppelt so viele eingeladen, wie Fördermittel für den Stichtag vorhanden sind. Die Erfolgsquote beträgt somit rund 50 %.

Aufgrund der kurzen Zeitspanne bis zur Vorlage des Pitch Deck wird ausdrücklich empfohlen, die PowerPoint-Vorlage bereits im Vorfeld vorzubereiten. Das Pitch Deck sollte nicht mehr als drei kurze Kernaussagen pro Folie enthalten. Die Jurymitglieder legen sehr großen Wert darauf, dass die KMU den Interviewtermin mindestens zu zweit wahrnehmen, um das Unternehmen als Team kennenzulernen. Der Vortrag sollte so häufig wie möglich geübt werden. Mit offenen Fragen während des Vortrags gelingt es womöglich, die anschließende Fragerunde zu beeinflussen.

Die Daten für die Interviews 2019 sind: 11. - 15. Februar, 13. - 17. Mai, 8. - 12. Juli und 11. - 15. November (ohne Gewähr).

Für die zum Interview eingeladenen deutschen Unternehmen bietet die NKS KMU ein kostenloses Pitch-Training („Interviewbriefing“)  an. Dieses führt die NKS KMU gemeinsam mit professionellen Pitch-Trainern ca. eine Woche vor den Interviewterminen abwechselnd in Bonn und Berlin durch.

Weitere Informationen und Empfehlungen zum inhaltlichen und organisatorischen Ablauf der Interviews finden Sie in den Guidelines des Netzwerks Access4SMEs.

Gerne stellen wir Ihnen auch unsere laufend aktualisierte, ausführliche Handreichung zur Verfügung. Sie können diese gerne per E-Mail bei uns anfordern.
 

Die Grafik bildet in einem Zeitstrahl die Phasen vom Stichtag zum Projektstart in Phase 2 im Jahr 2018 ab. Nach den Stichtagen am zehnten Januar, vierzehnten März, dreiundzwanzigstem Mai und zehnten Oktober vergehen etwa vier Wochen bis die Begutachtung abgeschlossen ist und die Einladung zum Interview erfolgt. Das Interview findet ungefähr eine Woche später statt. Nach einer weiteren Woche sind die Projekte ausgewählt und zirka vier bis fünf Wochen danach erfolgt der Start des Projekts.