EIC: Accelerator Pilot

Das Bild zeigt einen Business Plan auf einem Tisch, umgeben von einer Brille, einem Kugelschreiber und einem Diagramm

Seit 2014 richtet sich der EIC Accelerator Pilot – ehemals "KMU-Instrument" – an innovative und ehrgeizige KMU mit europäischen und globalen Ambitionen. KMU können konkrete Innovationen zur Marktreife entwickeln. Das Instrument vereint eine themenoffene Förderung mit einer schnellen Förderentscheidung.

Ein Instrument nur für KMU

Das Förderinstrument auf europäischer Ebene richtet sich ausschließlich an kleine und mittlere Unternehmen mit Wachstumspotenzial, einer Idee mit hohem Marktpotenzial und Innovationsgrad sowie europäisch bzw. international ausgerichteter Geschäftstätigkeit. Verfolgt wird dabei ein themenoffener Ansatz. Neben technologischen können auch nicht-technologische Innovationen, wie z. B. soziale Innovationen oder Innovationen im Dienstleistungssektor, unterstützt werden.

Bis zum 5. Juni 2019 besteht sowohl die Möglichkeit der Einzelförderung als auch der Verbundförderung. Ab dem 6. Juni 2019 können nur noch Anträge für eine Einzelförderung eingereicht werden. Antragsberechtigt sind ausschließlich gewinnorientierte KMU, welche die KMU-Kriterien der Europäischen Union erfüllen und ihren Sitz in den EU-Mitgliedstaaten oder in einem der an Horizont 2020 assoziierten Länder haben. Eine Unterstützung durch Forschungseinrichtungen, Hochschulen oder größere Unternehmen können das geförderte KMU als Unterauftragnehmer möglich.

Phasenweise Förderung entlang des Innovationszyklus

Der EIC Accelerator Pilot ist in folgende Phasen aufgegliedert:

  • Machbarkeit - Von der Idee zum Konzept (Phase 1),
  • Umsetzung - Vom Konzept zur Marktreife (Phase 2),
  • "Business Acceleration Services" zur Unterstützung der Kommerzialisierung während und im Anschluss an die Projektdurchführung (für Phase-1- und Phase-2-Projekte).

Fördergelder können für Phase 1 und Phase 2 beantragt werden. Für beide Phasen gilt: Das Instrument greift ab dem Technologiereifegrad TRL 6. Das heißt, Forschungsergebnisse sollten ebenso wie ein Demonstrator vor Projektstart bereits vorliegen. Gefördert wird in der Regel die marktnahe Entwicklung ab "Demonstration unter Einsatzbedingungen". Der EIC Accelerator Pilot ist sehr selektiv. Nur die besten Anträge haben eine Chance auf Förderung.

Phase 1

In Phase 1 wird eine ökonomische Machbarkeits- oder Durchführbarkeitsstudie pauschal mit 50.000 Euro gefördert. Der Kern des Antrags - ein erster Business Plan - umfasst zehn Seiten. In der Projektdauer von ca. drei bis sechs Monaten soll in einer Machbarkeitsstudie die Realisierbarkeit der Marktumsetzung des vorgeschlagenen Konzepts für innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen überprüft werden - mit Fokus auf die mittelfristige Kommerzialisierung. Als Ergebnis entsteht ein konkretisierter Business Plan, der als Grundlage einer Bewerbung für Phase 2 dienen kann. Phase 1 läuft mit dem Stichtag 5. September 2019 aus. Danach werden keine Machbarkeitsstudien mehr gefördert.

Phase 2

Bis zum Auslaufen der Phase 1 hat der Antragstellende die Möglichkeit, nach dem erfolgreichen Abschluss eines Phase-1-Projekts einen Antrag für die Phase 2 einzureichen. Ein direkter Einstieg in die Phase 2 ist ebenfalls möglich.

In Phase 2 werden während der ein- bis zweijährigen Projektlaufzeit Innovations- und abschließende Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt. Darunter fallen Aktivitäten wie Demonstration, Tests, Erstellung von Prototypen, Pilotmaßnahmen, Scale-up, Miniaturisierung oder Design bis hin zur Marktumsetzung. Bei der Förderung gibt es zwei Optionen:

  • eine rein zuwendungsbasierten Förderung zwischen 0,5 und 2,5 Millionen Euro oder
  • eine aus einer Zuwendung und einer Kapitalfinanzierung bestehende Mischfinanzierung ("blended financing").

Eine Mischfinanzierung kann ab dem Stichtag 9. Oktober 2019 beantragt werden. Sie besteht aus einer Zuwendung zwischen 0,5 und 2,5 Millionen Euro und aus Beteiligungskapital von bis zu 15 Millionen Euro.

Die Förderquote beträgt 70 %.

Am Ende von Phase 2 sollen ein Produkt / Verfahren oder eine Dienstleistung stehen, welches reif für die Kommerzialisierung ist, sowie ein weiterentwickelter Business Plan.

Erfolgreiche Antragstellende haben die Möglichkeit, Coaching und Mentoring als Unterstützung während Phase 1 (bis zu drei Tage) und Phase 2 (bis zu zwölf Tage) wahrzunehmen.

Business Acceleration Services (Phase 3)

Zusätzlich zu den Coaching- und Mentoring-Angeboten können KMU, die ein Phase-1- oder Phase-2-Projekt durchführen bzw. abgeschlossen haben, sogenannte Business Acceleration Services in Anspruch nehmen. Hierbei handelt es sich um Unterstützungsmaßnahmen zur Erleichterung des Markteintritts. Die Maßnahmen umfassen eine Reihe zusätzlicher Angebote in Form von Schulungen, Kontakten zu Investoren, Vernetzung mit anderen EIC-KMU oder größeren Firmen sowie Programme für die Teilnahme an ausländischen Messen.

Bewertungskriterien

Die Anträge werden im Begutachtungsprozess nach den Kriterien Innovationsstärke ("Excellence"), Marktfähigkeit ("Impact") und Qualität der Umsetzung ("Implementation") bewertet. Im Fokus stehen dabei Aspekte wie das Marktpotenzial, der europäische Mehrwert (warum EU-Förderung statt nationaler Förderung?) und das Alleinstellungsmerkmal (Unique Selling Point (USP)). Zudem werden die Umsetzungskapazitäten und das Entwicklungspotenzial der KMU sowie deren Kommerzialisierungsstrategie bewertet.

Die Bewertung wird durch Gutachterinnen und Gutachter vorgenommen, die eine Förderempfehlung aussprechen. Die Europäische Kommission sucht, insbesondere auch für den EIC Accelerator Pilot, Expertinnen und Experten mit Industrieerfahrung oder Investoren, die Interesse haben, Begutachtungen im Auftrag der Kommission bzw. der Exekutivagentur für KMU, EASME, durchzuführen. Interessierte können sich über das Funding & Tenders Portal registrieren. Expertinnen und Experten, die sich in die Datenbank der Europäischen Kommission als Gutachter eintragen, können weiterhin als Antragstellende an allen Förderbereichen von Horizont 2020 teilnehmen. Sind Sie als Gutachterin bzw. Gutachter für einen Stichtag aktiv, dürfen Sie zu diesem Stichtag keinen Antrag im EIC Accelerator Pilot stellen. Die Teilnahme am Begutachtungsprozess bietet wertvolle Einblicke, die bei der Erstellung eigener Anträge hilfreich sein können.

Ausschreibungen für 2018 - 2020

Für den EIC Accelerator Pilot können laufend Anträge bis zum jeweiligen Stichtag ("cut-off date") eingereicht werden. Es gibt in der Regel vier Stichtage pro Jahr. Die Anträge sind online einzureichen und können bis zum Stichtag jederzeit überarbeitet werden. Im Anschluss an die Stichtage beginnt die Begutachtung der Projektanträge. In Phase 1 läuft die Begutachtung über ein einstufiges Online-Verfahren ("remote evaluation"). In Phase 2 erfolgt die Begutachtung zweistufig. Nach dem Online-Verfahren werden in der zweiten Stufe zusätzlich besonders erfolgversprechende Antragstellende zum Interview nach Brüssel eingeladen. Dort stellen sie ihr Vorhaben einem Experten-Panel vor. Die Anträge der KMU mit den überzeugendsten Interviews werden zur Förderung ausgewählt. Die Wiedereinreichung abgelehnter Anträge ist möglich, sobald der Ablehnungsbescheid bei den Antragstellenden eingegangen ist.

Die Organisation der Evaluierung des EIC Accelerator Pilots nimmt die Exekutivagentur für KMU (EASME) wahr.