Der EIC in Horizont Europa

In Horizont Europa wird der Europäische Innovationsrat (EIC) aus der Pilotphase entlassen und institutionalisiert. Bekannte Instrumente, wie der Pathfinder und Accelerator werden mit einigen Anpassungen erneut angeboten. Fast-track to Innovation (FTI) endet mit Horizont 2020.

Horizont Europa ist das neunte Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union und weltweit das größte Einzelförderprogramm für Forschung und Innovation. Das 2021 startende Programm zielt darauf ab, eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen sowie gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Ein Baustein ist der bereits aus dem Vorläuferprogramm – Horizont 2020 – bekannte, Europäische Innovationsrat (EIC).

Der EIC fasst mit dem EIC Pathfinder, dem EIC Transition, dem EIC Accelerator, den EIC Challenges sowie den EIC-Preisen wichtige EU-Instrumente zur Innovationsförderung unter einem Dach zusammen. Im EIC Accelerator können kleine und mittlere Unternehmen neben einer Finanzhilfe in Form einer Zuwendung auch Beteiligungskapital beantragen. Alle weiteren Finanzierungsinstrumente, wie zum Beispiel die indirekte Förderung über Garantiefonds und Rückbürgschaften sowie der Zugang zu Kredit- oder Beteiligungsfazilitäten, die zuvor Teil von Horizont 2020 waren, sind in das InvestEU-Programm ausgelagert worden.

Sobald erste Stichtage und weitere Details zu den Instrumenten feststehen, wird die NKS EIC diese auf der Webseite ergänzen.

Förderinstrumente des EIC

EIC Accelerator

Der EIC Accelerator richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, die disruptive, hochrisikoreiche Innovationen mit großem Marktpotenzial entwickeln. Angesprochen sind in erster Linie Unternehmen, die über ein hohes Wachstumspotenzial verfügen und europäisch beziehungsweise international agieren. Der EIC Accelerator richtet sich ausschließlich an Einzelantragsteller. Wenn der Antrag gestellt wird, muss die Innovation einen Technologiereifegrad (TRL) von 5 oder 6 haben („Demonstrator liegt vor“). Kern des Accelerators ist eine themenoffene Ausschreibung. Daneben sind in unregelmäßigen Abständen thematische Ausschreibungen zu besonderen strategischen Herausforderungen vorgesehen („Challenges“).

Die Unterstützung erfolgt in der Regel als Mischfinanzierung. Neben einer Finanzhilfe erhalten erfolgreiche KMU Risikokapital in Form von Eigenkapital, das insbesondere für sehr marktnahe Aktivitäten bestimmt ist. In Ausnahmefällen, können KMU auch eine reine Finanzhilfe beantragen („Grant first“). Finanzhilfen werden bis zu einer Höhe von 2,5 Mio. € (Förderquote 70%) gewährt. Der Umfang des Eigenkapitals liegt zwischen 0,5 und 15 Mio. €.

Das Antragsverfahren ist dreistufig: In der ersten Stufe wird ein Kurzantrag mit einem Video und einer Pitch-Präsentation eingereicht. In der zweiten Stufe müssen die kleinen und mittleren Unternehmen mit den besten Projektvorschlägen einen ausführlichen Antrag einreichen. Zur Vorbereitung ihres Antrages können sie eine Person als Coach verpflichten, wofür die Europäische Kommission Mittel bereitstellt. In der dritten Stufe werden besonders erfolgversprechende Antragstellende zum Interview nach Brüssel eingeladen. Die Wiedereinreichung zweifach abgelehnter Anträge ist erst nach Ablauf von 12 Monaten möglich.

EIC Pathfinder

Visionäre Ideen bereiten den Weg für zukünftige Technologien. Mit dem EIC Pathfinder sollen radikal neue Technologien umgesetzt werden, die das Potential haben, ganz neue Märkte zu schaffen. Dazu werden exzellenzorientierte, visionäre und risikoreiche Projekte, die sich in einem frühen Entwicklungsstadium befinden, gefördert.

Der EIC Pathfinder fördert interdisziplinäre Forschung und Entwicklung. Durch die Zusammenführung verschiedener Forschungsbereiche, oft mit unterschiedlichen Perspektiven und Methoden, kann wirklich Neues hervorgebracht und völlig neue Forschungsgebiete erschlossen werden. Der EIC Pathfinder richtet sich an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie an Hightech-Unternehmen.

Das angestrebte Ergebnis von EIC-Pathfinder-Projekten ist der sogenannte „Proof of Principle“, das heißt, dass gezeigt wird, dass die wissenschaftliche Grundlage bestätigt wurde und die Hauptideen der angestrebten Technologie realisierbar sind.

Es wird zwei Teilbereiche geben: Der EIC Pathfinder Open wird komplett themenoffenen sein. In den EIC Pathfinder Challenges werden Themen durch die einzelnen „Topics“ vorgegeben sein. Der EIC Pathfinder Open umfasst die Technologie-Reifegrade (TRL) 1 bis 4 und fördert Projekte mit bis zu 3 Millionen Euro.

EIC Transition

Mit dem EIC Transition sollen vielversprechende Ergebnisse aus dem EIC Pathfinder und dem European Research Council (ERC) Proof of Concept weiterentwickelt werden. Der EIC Transition zielt darauf ab, sowohl die Technologie als auch die Geschäftsidee reifen zu lassen.

Kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sind aufgerufen, entweder einzeln oder in kleinen Konsortien mit bis zu fünf Partnern die Ergebnisse bis zum Technologie-Reifegrad (TRL) 5 oder 6 zu führen, so dass sie anschließend im EIC Accelerator bis zur Marktreife gebracht werden können. Mit dem EIC Transition können neben der Weiterentwicklung der Technologie beispielsweise Kooperationsanbahnungen zwischen kleinen und mittleren Unternehmen, Forschungsakteuren und potenziellen Anwenderinnen und Anwendern oder Kundinnen und Kunden gefördert werden.

EIC-Preise

Die EIC-Preise sollen dazu beitragen, neuartige, wegweisende Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln, neue Akteure einzubinden und neue „Communities“ aufzubauen. Der Fokus liegt auf der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen durch zukunftsweisende technologische Innovationen.