Fast Track to Innovation

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Marktnahe Anträge im "Fast Track to Innovation"-Piloten stellen eine Ausnahme in Horizont 2020 dar. Hier sind Besonderheiten zu beachten, die größtenteils auch auf das KMU-Instrument übertragbar sind. Die wichtigsten finden Sie hier aufgeführt.

Mit "Fast Track to Innovation" (FTI) sollen Industrie und neue Akteure besser in Horizont 2020 eingebunden werden. FTI bietet für Antragstellende ein Sprungbrett, um fortgeschrittene neue Ideen schnell in marktfertige Produkte, Verfahren, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle oder ähnliches zu transferieren. Gesucht werden interdisziplinäre und transsektorale Ansätze. Dabei zielt FTI auf technologische Durchbrüche und Service-Innovationen ab.

Voraussetzungen:

  • Das Instrument ist für alle Arten von Einrichtungen offen, wie z. B. Industrie (KMU und Großunternehmen), Hochschulen oder außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Mindestens 60 % des Gesamtbudgets ist jedoch für Industriepartner vorzusehen oder eine Mindestzahl von Industriepartnern ist zu beteiligen. Konkret bedeutet dies: bei drei oder vier Partnern müssen mindestens zwei Partner aus der Industrie stammen, bei fünf Partnern mindestens drei. Als Industriepartner sind alle "for-profit"-Einrichtungen definiert.
  • Alle 3-5 Partner haben ihren Sitz in mindestens drei verschiedenen Staaten der EU oder den assoziierten Staaten.
  • Forschung ist abgeschlossen, es liegt ein funktionierender Demonstrator vor (Technology Readiness Level (TRL) 6 ("Demonstration unter Einsatzbedingungen")).
  • Die innovative Idee hat sehr großes Marktpotenzial und kann innerhalb von drei Jahren auf den Markt gebracht werden.

Stichtage:

Die nächsten Stichtage sind am 01.06.2016 und 25.10.2016. Pro Stichtag stehen etwa 33 Millionen Euro Budget zur Verfügung, was etwa 15 Projekten entspricht. Eine Entscheidung, ob und wie FTI nach dem Testlauf 2015/16 weitergeführt wird, ist noch nicht getroffen.

Projekt:

Thematisch gibt es keine Vorgaben. Gefördert werden Aktivitäten zur Förderung von Innovation. Dies reicht von der Demonstrationsphase bis zur Marktaufnahme. Konkret kann dies beispielsweise Pilotphasen, Versuchseinrichtungen, Systemvalidierung, Validierung von Geschäftsmodellen, pränormative Forschung oder das Setzen von Standards umfassen. Die Förderquote beträgt für private, gewinnorientierte Organisationen 70 % und für nicht-gewinnorientierte Organisationen 100 % der erstattungsfähigen Kosten. Gegebenenfalls müssen 60 % des Gesamtprojektbudgets an Partner aus der Industrie gehen (siehe oben).

Die Fördersumme überschreitet nicht 3 Millionen Euro. Die Laufzeit des Projekts soll zwischen 12 und 24 Monate betragen. Die Förderung erfolgt nach den gängigen Zahlungsmodalitäten von Horizont 2020.

Antrag:

Der Antrag besteht aus einem Part A mit administrativen Angaben und einem Part B. Dieser ist das Herzstück des Antrags. Im Wesentlichen ist das ein Business Plan mit maximal 30 ausformulierten Seiten. Sie müssen insbesondere das Potenzial von Projekt und Konsortium klar darlegen. Es muss also auch klar hervorgehen, wer wem aus welchen Erwägungsgründen Geld für diese Lösung bezahlt.

Hier können Sie den Antrag stellen.

Begutachtung:

Bewertet werden das Potenzial der Idee, zeitnah Markterfolge zu erzielen sowie der Mehrwert für Gesellschaft und Umwelt. Wachstumsfördernde Effekte, auch in Hinblick auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze, aber auch das Potenzial, private Investitionen zu stimulieren, stehen bei der Begutachtung im Vordergrund. Viele Anträge sind zu sehr aus Forschungssicht geschrieben. Der Fokus muss auf dem Business-Aspekt liegen. Das Evaluierungsverfahren ist einstufig. Es gibt drei Stichtage im Jahr. Eine Antragseinreichung ist jedoch jederzeit möglich. Etwa drei Monate nach dem Stichtag wird die Förderentscheidung bekannt gegeben, nach weiteren drei Monaten soll der Vertrag (Grant Agreement) unterzeichnet sein, so dass das Projekt nach sechs Monaten starten kann. Mehr hierzu auf der Seite zum Begutachtungsverfahren

Weitere Informationen: